4 ÜBERFLUTUNGSGEFAHREN

Auf dieser Seite finden Sie grundlegende Informationen über die verschiedenen Überflutungsgefahren:

HOCHWASSER

STARKREGEN

KANALRÜCKSTAU

GRUNDWASSER

GEFAHR DURCH HOCHWASSER

Nach starken Regenfällen können die Wassermengen in kleinen Gewässern um ein Vielfaches ansteigen. Der Zeitraum zwischen der Entstehung und dem Eintreffen eines Hochwassers, die sogenannte Vorwarnzeit, ist in der Regel sehr kurz. Bei großen Flüssen haben lang andauernde Niederschläge und Schneeschmelze einen starken Einfluss auf das Hochwassergeschehen. Hier steigen die Wasserstände meist langsamer an und die Vorwarnzeiten sind dementsprechend länger. Die Ursachen für Hochwasser und Überschwemmungen sind vielfältig, können auch in Kombination auftreten und sich dadurch verstärken. Eine weitere Gefahr für Überschwemmungen sind Sturmfluten und das Überströmen von Hochwasserschutzeinrichtungen. Häufig kommen Deiche, Hochwasserschutzmauern, Hochwasserrückhaltebecken oder mobile Systeme als Hochwasserschutzeinrichtung zum Einsatz. Das bannt jedoch keineswegs die Gefahr für die Menschen, die dahinter wohnen, insbesondere bei extremsten Wetterverhältnissen.

Eine Gefährdung besteht beispielsweise bei lang anhaltendem Hochwasser, wenn sogenanntes Qualmwasser austritt, welches unter dem Deich oder der Schutzmauer durchsickert. Bei höheren Wasserständen läuft der Deich oder die Schutzmauer über und es kommt zur Überflutung des dahinter liegenden Geländes. Zudem können Hochwasserschutzdeiche nach lang anhaltendem Hochwasser durchweichen. Dabei werden kleine Bodenkörner aus dem Inneren der Deiche heraus gespült. Die Deiche verlieren dadurch an Stabilität und können brechen.

GEFAHR DURCH STARKREGEN

Starkregen und Sturzfluten sind Wetterphänomene, die in Zukunft verstärkt auftreten werden. Ein Schadenfall daraus kann jeden treffen, dazu ist keine Gewässernähe nötig. Auch in vermeintlich sicherer Entfernung zu Gewässern besteht dabei eine Hochwassergefahr, welche aus über die Geländeoberfläche abfließendem Wasser besteht. Dabei spielt die Topographie, also die natürliche oder von Menschen veränderte Geländeform, eine maßgebende Rolle, da sie die Fließwege vorgibt. Wessen Haus also in so einem Fließweg steht – egal ob Hanglage mit starker Neigung, Gelände mit gemäßigtem Gefälle oder eine Senke/Mulde – muss damit rechnen, Wasser ins Haus zu bekommen. Eine weitere Gefahr bei Starkregen sind überlaufende Regenrinnen, die das Wasser von den Dachflächen nicht mehr geordnet ableiten können, so dass es ins Haus eindringen kann.

GEFAHR DURCH KANALRÜCKSTAU

Jedes öffentliche Kanalnetz hat eine begrenzte Aufnahmekapazität an Wasser. Bei Starkregen kann es vorkommen, dass Kanäle überlaufen und das Wasser sich über die gesamte Straße bis hin zu Ihrem Grundstück ergießt. Alles keine Seltenheit! Fragen Sie bei der Planung eines Hauskaufs die Anwohner, ob sie die Situation schon einmal erlebt haben. Weitere Gefahrenquellen für Ihr Haus oder Ihre Wohnung sind bei Starkregen Waschbecken, Toiletten oder Kellerabläufe. Ist der öffentliche Kanal überlastet, kann Wasser über die Hausinstallationen hinein laufen, ins Gebäude rückstauen und dort auslaufen. Was neben dem Wasserschaden nicht zuletzt dann auch ein hygienisches Problem wird.

GEFAHR DURCH GRUNDWASSER

Was viele vielleicht nicht wissen: Auch aus dem Untergrund kann Hochwasser ins Haus eindringen. Dies geschieht zwar langsamer, kann aber zu dauerhafteren Schäden durch die Vernässungslänge führen. Das Wasser braucht einfach länger, um wieder zu sinken.

Auch hier wird man beim Hauskauf durch Fragen klug bevor man durch Schaden klug wird. Und auch hier sind Hanglagen, Mulden und die Nähe zu Gewässern besonders gefährdet. Informieren Sie sich also am besten vorab umfänglich in der Nachbarschaft sowie bei Kommunen und Wasserverbänden nach bekannten Vorschäden und die Situation vor Ort.